Italienische Geheimdienstler bereit für den Richter


Hohe Agenten - der Ex-Direktor Niccolo Pollari und seine sogenannte "rechte Hand" Pio Pompa - des italienischen Geheimdienstes (SISMI) sollen in den Jahren 2001 bis 2006 mehr als 200 Richter und Staatsanwälte ausspioniert haben und müssen sich daher nun vor Gericht verantworten. Unter den "Opfern" der mutmaßlichen Bespitzelung finden sich auch Journalisten und Staatsfunktionäre, über die Geheiminformationen gesammelt und ausgewertet worden sein sollen. Von Edmundo Bruti Liberati - langjähriger Vorsitzender der Richtervereinigung - wurden wahrscheinlich Gespräche zu seinen französischen und belgischen Kollegen mitgeschnitten. Die Vorwürfe werden von Pollari klar bestritten und er soll angeboten haben, bei einer möglichen Aussage und nur bei der Befreiung von der Schweigepflicht "italienische Geheimnisse zu lüften."

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Spannend nur, dass von diesem Thema keine andere deutschsprachige Medienagentur Wind bekommen hat (oder haben will?). Oder könnte es zu langweilig sein? Denn im November 2009 gab es noch diverse Artikel über die Verhaftung von 23 CIA-Agenten, die offenbar in Zusammenarbeit mit dem SISMI - und damit auch Pollari - einen vermutlichen Terroristen gekidnappt, nach Ägypten verschleppt und in den "Folterknast" gesteckt haben sollen. Der Spiegel bezeichnet die Urteile - 22-mal: schuldig und fünf Jahre, und einmal: schuldig und acht Jahre - als endgültige Abrechnung mit der Bush-Ära. "Drei US-Bürger wurden mit Verweis auf diplomatische Immunität freigesprochen."

Damals mussten allerdings fünf italienische Agenten freigesprochen werden, da Beweise, die eine Kooperation bestätigen würden, als geheim eingestuft und damit nicht einsehbar wären. Damit auch der Kläger und Entführte nicht weiter nachhakt, wurden Abu Omar und seiner Familie 500.000 Euro zugesprochen, für vier Jahre Folter ohne jeden Beweis. Dass deutsche Agenten wieder fein aus dem Schneider sind wundert an dieser Stelle auch nicht. Wie der Spiegel verlautbart, sei der Verdächtige vom Flugplatz Rammstein Richtung Ägypten ausgeflogen worden.

Vielleicht haben die Staatsanwälte, Richter und Polizisten nach den Vorfällen noch weiter recherchiert, geforscht, gesucht und bemerkt, dass dort noch um einiges mehr zu finden war und ist.

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