Ist die Witterung unabhängig vom Klima ? - "Das Duell" auf n-tv am 12.01.2010



2009, dem viertwärmsten Jahr seit Aufzeichnung der Klimadaten, folgt ein sehr kalter Anfang 2010. Während es an Nachrichten zu mangeln scheint, gibt es auch in den Talkrunden nicht sonderlich viel Gesprächsstoff. Nachdem die Nachrichten sich überschlugen mit Fantastereien, wie es zu dem wahnsinnig schönen Winter kommen konnte, finden zwei n-tv-Gäste bei "das Duell" eine ganz neue These: Die Witterung ist unabhängig von der Klimaentwicklung, denn sie ist nur eine Laune der Natur. Okay, Frage: Was ist Witterung? Wikipedia sagt: "Sie bildet die regionale Auswirkung von aktuellem Wetter und lokalem Klima." Das bedeutet: Das Klima bildet die Witterung! Weiterhin ist es so, dass die Witterungen die neuen und unterschiedlichen klimatischen Bedingungen konstruieren, wodurch der Kreis wohl geschlossen sein dürfte.

Weiterhin kamen Sprüche wie: "Die Regierung mit ihrem zwei Grad-Ziel orientiert sich an den Messungen von 1850 und das war die bisher lebensfeindlichste Zeit seit es die Aufzeichnungen gibt." Sogar in Deutschland seien hunderte Menschen verhungert, heißt es von Dr. Horst Malberg, dem geladenen Klimaforscher. Die Duellantin - von Bündnis 90/die Grünen - bekam von ihrem Gegenspieler ein klares "Doch. Doch. Das ZDF spricht sogar von möglichen 6 Grad Celsius", mit Lachern aus dem Publikum, als Bärbel Höhn sagte: "Man behauptet ja nicht, dass die Welt untergeht." Sie sprach allerdings auffallend häufig von versinkenden Inseln, dramatischen Dürren, vermehrten Vulkanausbrüchen, häufigeren Waldbränden usw. Jedoch hörte man auch das Eingeständnis, dass die bisherigen Auswirkungen weit weniger dramatisch sind als angenommen.

Auch führte Bärbel Höhn die IPCC-Berichte an und befand alle 2500 Wissenschaftler als unabhängig. Sie nannte das Netzwerk und damit die Inhalte des Berichts als "absolut offen". So versuchte sie die Kritik von Mahlberg abzuschmettern, der behauptete, dass Astrologen die Klimaveränderungen den Sonnenaktivitäten zuschreiben, es aber kaum Ausführungen in dem erst vierten Bericht seit 1990 gab, während fast alle Aussagen der Nicht-Astrologen, die die Schuld beim CO2 suchen, offen und frei auf allen Seiten zu finden sind. Der Sonne werden nur geringe Auswirkungen zugesprochen. Diese Differenzen zeigen, dass es noch immer keine absolute Klarheit gibt, was den Klimawandel verursacht. Wenn man sich das auf der Zunge zergehen lässt, dann wundert man sich nicht, dass die Hardcore-Vegetarianer die Schuld irgendwann beim Tier finden (zu viel Viehzucht, zu viel Methan).

Im 17. Jahrhundert gab es leider noch Aufzeichnungen über das Wetter, aber es soll Berichte geben, die von einer sogenannten "kleinen Eiszeit" berichten und es scheint, als wären wir - nach einer kühlen Phase im 19. und einer warmen im 20. Jahrhundert - jetzt wieder "am Wendepunkt in die Eiszeit". Und das sei  eindeutig erkennbar an der Sonnenaktivität. Im 19. Jahrhundert hätte es eine geringere Anzahl der Sonnenflecken gegeben, während im folgenden deutlich mehr zu beobachten gewesen wären. Wir Menschen haben offenbar die Neigung zur Panik und den Drang des Handeln-Müssens. "Die Politik hat die Aufgabe möglichen Schaden abzuwenden", so die Abgeordnete. Aber ist absolute Allmacht gegenüber der Natur nicht ein wenig übertrieben? "Die bekannten Modelle sind alles nur Sandkastenspiele," sagte der Klimaforscher: "Genau so, wie die Pleiten bei den Banken, die auch auf falschen Modellen beruhen." Darauf Bärbel Höhn: "Lieber gehe ich das Risiko ein, etwas Falsches mit gutem Gewissen zu unternehmen, als nichts zu tun und es ist wirklich ein normaler Kreislauf."

Heiner Bremer, der Gesprächsführer der Talkrunde, benannte die Karikatur (rechts oben) und wartete vergeblich auf eine gesamtheitliche Erklärung. Verständlich, denn das Thema lautete: Klima. Also stellte er die Frage, warum China so massiv als Sündenbock herhalten müsse und bekam auch keine wirkliche Antwort, es sei denn man lässt "Wir brauchen eine Klimaerziehung von oben, die gegen die demokratischen Strukturen agieren können" gelten. Der Einwurf von Dr. Malberg zu dem Skandal der gefälschten Klimadaten aus England, wurde abgeschmettert mit dem Vorwurf der Polemik (das Verängstigen der Bevölkerung) und offenbar gab es dann einen versuchten inszenierten Klatscher von anfänglich nur einer Person und einer weiteren, die gleich mit einstieg. Das "echte" Publikum blieb allerdings ungerührt.

85% der Weltbevölkerung seien für das Handeln der Regierungen, egal wie diese aussehen, allerdings sinke die Bereitschaft, wenn es an den eigenen Geldbeutel gehen soll. Beide Gesprächspartner einigten sich aber auf einen gemeinsamen Punkt: "Wir wollen etwas tun!" Nur was genau ist unklar, weil auch die tatsächlichen Gründe für die Veränderungen noch immer im Dunkeln verborgen bleiben. Oder verschwiegen werden?

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