Am liebsten mag ich es einfach bequem, mit dem Ziel vor der Tür...


Soll ich dir sagen, was an dir nicht stimmt? Darf ich ganz ehrlich sein? Meine Sorge ist nur, dass du das nicht oder gar komplett falsch verstehen könntest. Nur musst du verstehen, dass diese Worte nicht an dich gerichtet sind, sondern an deine Erziehung, egal ob durch deine Eltern, dein Umfeld oder durch das Verdummungsgerät (TV). Natürlich wird es dich treffen, doch bedenke: Das Ego ist nur ein weiterer falscher, unnützer Baustein, der dich zu dem macht, was für die Welt, die Gemeinschaft und - langfristig - für dich selbst nicht gut ist.

Fehler, die begangen werden, sind oftmals nicht die Schuld des Individuums (sofern sie nicht mutwillig passieren) aber dennoch sind es Eigenheiten und Gesten, die fehlerhaft sind und die es auszumerzen gilt. Ob es Ansichten, Denkstrukturen oder weitreichende Entscheidungen betrifft, alles kann, soll und wird besser werden. So denke zumindest ich als Optimist, der aber auch schon mehrfach die Einsicht erlangte, dass es nicht bei jedem Menschen funktionieren kann, solange nicht genug Vorreiter einen Wandel durchlebten, der die Qualitäten des Seins verbessert hatte. Und natürlich darf es nicht zu schwer sein, die Veränderungen zu begehen und erfolgreich abzuschließen. Doch lasst euch gesagt sein, dass dem geistigen Wesen fast nichts in den Schoß fällt und oftmals nur die Werkzeuge zur Verfügung stehen, die uns in die Wiege gelegt worden sind. Es sei denn, "The Unthinking Majority" hätte sich teilweise doch selbst ein wenig weiter entwickelt und zusätzlich sinnvolle Fähigkeiten erlernt.

"Mich kotzt es an, mich mit dir unterhalten zu müssen, weil du es einfach nicht verstehen willst!"

Solidarische Gemeinschaften (wie bei "der grüne Planet"): Traumhafte Vorstellungen, die in meinen Augen fast das perfekte Utopia sind. Eine Hand wäscht die andere, oder: Jeder hilft jedem, wann immer er/sie kann. Niemand drückt sich vor Aufgaben, weil es Spaß bringt, in Gemeinschaft etwas zu erschaffen, auf etwas hin zu arbeiten, dass allen von Nutzen ist oder sein kann. Das gemeinsame Ziel sollte Motivation genug sein. Völlerei und Übermaß gehören versenkt, verbrannt und verbannt aus jedermanns Gedankengut und müssen - meiner Ansicht nach - Bestrafung erfahren. Warum hört man so selten: "Ich habe ein halbes Brot, das bei mir nur verschimmeln würde. Benötigst du das vielleicht?" oder "Kann ich dir helfen? Oder dir sonst etwas Gutes tun?" Dabei sollten wir genau diese Worte wählen und diese Gedanken haben. Vielleicht "dummen bzw. nicht-denkenden" Menschen, statt die Pest an den Hals, Einsicht und Verstand wünschen. Selbst denen, die uns immer wieder enttäuschen, Versprechen brechen, Verabredungen nicht einhalten oder nicht einmal absagen.

Eine Freundin sagt: "Ich erwarte nichts, dann ist die Wahrscheinlichkeit höher, positiv überrascht zu werden!" und ich stimme gern zu, auch wenn ich diese Aussage als ein wenig zu melancholisch empfinde. Bei den meisten scheint Hopfen und Malz sicherlich verloren, aber die Hoffnung sollte man auch bei den schwierigsten Fällen nicht aufgeben, denn die Einsicht steht jedem zur Seite, wenn es zugelassen wird.

Viel zu oft höre ich zu meinem Utopia: "Das wird nie funktionieren!" Aber wieso nicht? Sind wir zu verbohrt und auf die Jahrhunderte alten - und noch immer aktuellen Strukturen - so festgefahren, dass wir gar nicht mehr umdenken können? Oder liegt es wirklich nur am "Wollen"? Die Ansichten können sich ändern und das nicht erst wenn es zu spät ist, sondern jeden Tag, weil einige bereits voran geschritten sein werden und aufzeigen, wie es gehen kann. Sind wir denn nicht Individuen, die für sich selbst entscheiden können, was das Beste ist? Oder richten wir uns immer und immer wieder nach dem, was uns vorgebetet - gar für uns entschieden - wird, so wie bei Facebook? Schauen wir immer erst, wie sich die anderen verhalten, bevor wir handeln? Dann: Willkommen in der Runde der Schafe! Dann denkt aber bitte an die weisen Worte des Albert Einstein: "Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muss man vor allem ein Schaf sein."

Auch "Wer immer der Herde hinterher rennt, wird immer nur Ärsche sehen!", drang einst an mein Ohr. Darauf kann ich nur antworten: "Dann dreh dich doch mal um! ...und das Lächeln nicht vergessen." Erst dann, so scheint es, werden sich auch andere umdrehen und dem unbekannten Gesicht gegenüber ein Lächeln schenken. Wie oft passiert es, dass ihr durch die Stadt lauft und euch jemand freundlich entgegen strahlt, den ihr nicht einmal kennt?

"Nicht denken! Ausführen!"

Über Jahrzehnte wurden die Zahnräder so getrimmt und ausgerichtet, dass sie nur noch diese Roboter sein wollen. Oder irre ich mich? Bitte! Sagt, dass ich mich irre! Ich will nicht recht haben. Jedenfalls nicht mit diesem Ausspruch. Wir haben unendliche Möglichkeiten der Entfaltung und trotzdem verharren wir in Schemata, die uns - wissentlich - falsch vorgelebt werden. Oft bemerken wir das zwar, aber: "Was soll ich schon dagegen machen?" Dann macht man halt einfach mit. "Warum auch nicht? Alle machen das so!" Na dann: Ist doch super! Oder erinnert sich noch jemand an Mutters Frage von einst: "Wenn alle von der Brücke springen...?" Da juckt es mich an den Stimmbändern, sodass ich rufen möchte: "Erwachet, ihr Lemminge!" Aber ohne Schall verhallt der Schrei am Gaumen vor den Lippen. Offenbar reicht nur ein wacher Geist unter tausenden Träumern nicht aus, um eine Lawine auszulösen. Doch kann der Stein nicht einen zweiten treffen, um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass auch ein dritter ins Rollen kommt?

Den inneren Schweinehund zu überwinden ist für so manchen ein hohe Kunst. Oft benötigt man Unmengen an Geduld und Zeit, um eine wahrhaft gute Änderung in die Tat umzusetzen. Doch kann sich diese Investition lohnen, auch wenn niemand von heute auf morgen allwissend wird oder alle Wahrheit kennt, so können wir trotzdem jeden Tag einen Schritt in die "richtige Richtung" gehen.

Ich schließe mit den Worten von Hermann Hesse: "Nichts auf der Welt ist dem Menschen mehr zu wider als den Weg zu gehen, der ihn zu sich selber führt."

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