Zauberhafte Aussichten von Dioxin-Hersteller mit Pradaxa

Focus - Im vierten Quartal werde mit der Zulassung von Pradaxa gerechnet - dem Nachfolger von Warfarin - einem Blutverdünner der Firma Boehringer, die teilweise für den Dioxin-Skandal verantwortlich war. Sowohl in der EU als auch in den USA soll der Gerinnungshemmer, der Schlaganfällen und Vorhofflimmern vorbeugen soll, auf den Markt gebracht werden, auch da es eine Verpflichtung des Patienten gegenüber sei, für diesen "therapeutischen Durchbruch die Zulassung so schnell wie möglich zu beantragen", sagte der Sprecher der Unternehmensleitung, Andreas Barner im Interview mit Dow Jones Newswires.

Bild.de - Oktober 2008. Auch 24 Jahre nach der Schließung des Pestizidwerks der Firma Boehringer in Moorfleet, quälen sich noch immer Menschen mit den Folgen von Dioxin. Krebs, Nervenleiden, Nieren- und Leber-Schäden, Hautverätzungen, schwere Durchblutungsstörungen usw. Von 1600 ehemaligen Arbeitern seien bereits 850 getorben sein. Ein heftiger Giftskandal mit einem unglaublichen Maß an Menschenverachtung und Umwelt-Verschmutzung.

Die Welt - Dezember 2008. Bis zu 25 Länder sind aus Irland mit Dioxin-verseuchtem Fleisch beliefert worden. Deutschland war ebenfalls betroffen, aber eine Gesundheitsgefahr hätte nicht vorgelegen. Die Quelle der Belastungen sei gefunden und eingedämmt, sagte der Chef der irischen Veterinärbehörde, Paddy Rogan. Die EU-Kommission bescheinigte Irland, angemessen und schnell auf den Dioxinfund reagiert zu haben.

Chemie.de - Dioxine und dioxinähnliche PCB sind hoch toxisch und können zu Krebserkrankungen, Hormonstörungen, Fortpflanzungsproblemen, Hautschäden oder Störungen des Immunsystems führen. Sie bauen sich nur langsam ab, belasten die Umwelt dauerhaft und reichern sich in der Nahrungskette an. Auch weisen sie ein hohes Bioakkumulationsvermögen - kann sich selbst in einem Organismus anreichern - und eine hohe chronische Toxizität auf.

Reuters.de - In den USA wolle Boehringer zudem 800 Beschäftigte und damit fast ein Drittel der Vertriebsbelegschaft entlassen. Die Sprecherin des Unternehmens verwies auf die auslaufenden Patente und demnach soll die Umsetzung des Stellenabbaus schon im November abgeschlossen sein. Der tiefste Einschnitt wird bei Flomax, dem drittumsatzstärksten Präparat des Konzerns, erwartet, da die meisten Patienten dann zu den Nachahmerprodukten greifen. Die USA sind inzwischen der wichtigste Einzelmarkt für Boehringer Ingelheim. Mittlerweile erzielt der Konzern dort knapp 50 Prozent seiner Umsätze. Das Unternehmen mit Sitz in Ingelheim bei Mainz ist der weltweit größte Pharmakonzern, der vollständig im Familienbesitz ist.

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