Die Pläne sind da und die Schritte werden konkreter - fehlt nur noch der Crash

Der Pleitegeier geht um! Die Sorgen um den drohenden Bankrott von Griechenland ziehen weitere Kreise. Die Eurozone befindet sich in einer ersten großen Bewährungsprobe seit dem Inkrafttreten des Lissabon-Vertrags. Der südeuropäische Versuch, mit Hilfe einer finanziellen Sabotage, den Zug des Superstaates aufzuhalten und dadurch die Beschwörung der kleinnationalität voranzutreiben bleibt vermutlich erfolglos. Bundeskanzlerin Angela Merkel beschwört daher mit immer mehr Nachdruck die EU-Wirtschaftsregierung, dem nächsten großen Schritt zu einer offiziellen und öffentlichen Weltregierung. Auch die Weltwährung gerät wieder mehr in den Mittelpunkt des allgemeinen Interesses. Der schwankende Kurs des Euro, die taumelnden Indizes, die schwächelnde Dollar-Note, der Druck Obamas zur Aufwertung des ¥en, die steigenden staatlichen und nicht-staatlichen Goldreserven und das schnell sinkende Vertrauen, der Bürger, Investoren und Anleger - all dies könnten Vorboten für eine baldige Reform sein.

Auch der Druck aus Brüssel drängt in diese Richtung: So scheinen die angedrohten Sanktionen gegen überschuldete Staaten kein probates Mittel zu sein, sondern eher eine Lachnummer. Der harte Kurs der EU kann von einigen Ländern gar nicht oder nicht mehr lange gestemmt werden - ob im Finanz- oder im allgemeinen Wirtschaftssektor. Daher schein ein Zusammenbruch nur noch eine reine Frage der Zeit. Problematisch ist auch, dass allein Griechenland rund 170 Milliarden Euro Schulden bei deutschen, französischen und Schweizer Banken hat und daher eine Ausgliederung nicht sonderlich sinnvoll wäre, ebenso ist eine unterlassene Hilfestellung mit fatalen Folgen verbunden.

Die europäische Gemeinschaftswährung befindet sich also fast schon am Abgrund. Der Bundesfinanzminister Dr. Wolfgang Schäuble aber, tut gerade so, als ob die Probleme Athens nichts mit der Eurozone zu schaffen hätten - die Gefahren werden offenbar übersehen bzw. verkannt. Oder ignoriert? Ebenso wie die Schulden Deutschlands - mit rund einer Billion Euro und einer jährlichen Zinslast von 40 Milliarden Euro - gern übersehen und weiter Staatsanleihen an private Investoren ausgegeben werden.

Verwunderlich ist eines: Die nun zwangsverwalteten Griechen haben (mit 71,5%) - hinter den ebenfalls vom Bankrott bedrohten Portugiesen (mit 83,3%) - anteilig die höchsten Goldanteile gegenüber der Währungsreserven. Die USA (mit 68,7%) und Deutschland (mit 64,6%) stehen in dieser Statistik nur auf Platz drei und vier. Die Menge des Edelmetalls steht dazu allerdings in keinem Verhältnis (Platz 1: die USA mit 8133 Tonnen, Platz 2: Deutschland mit 3408 Tonnen und der IWF belegt mit 3005 Tonnen Platz 3) und so taucht Griechenland nicht einmal unter die Top-Zwanzig auf. Ein Trend - jedenfalls - ist deutlich erkennbar: Die Goldzukäufe steigen, der Goldpreis steigt und die Währungen verlieren immer mehr ihre Kaufkraft.

Während sich die Regierungschefs der Mitgliedsstaaten mit diesen - fast schon banalen - Sorgen plagen, gibt anderswo weitere Sorgen um die Stürze der Währungen: China sorgt sich, dass die USA sich ihrer Schulden, durch einen Dollar-Crash, entledigen könnten. Die "Immobilienblase 2.0" oder der von US-Experten befürchtete nächste Mega-Crash lassen Prognosen immer klarer und düsterer werden. Washington ist zwar alarmiert, verbreitet aber Optimismus und die "immer lauter tickende Zeitbombe" lässt Wirtschaftsexperten stark am Ende der angekündigten Rezession zweifeln. Dies drückt so sehr auf den Dollar, dass die Überlegungen schnell dringender werden, den Goldpreis weltweit in Euro zu bewerten. Vorsicht aber auch hier, denn: Analysten befürchten - nach den bekanntgewordenen Horrordefiziten, der aufgedeckten Lug- und Trug-Affäre zwischen Goldman Sachs und bedrohten Staaten, sowie durch ängstliche Anleger - einen Währungscrash auch für die Eurozone. Auch wird immer häufiger die Frage gestellt, wie lange die Zinsen wohl noch so niedrig blieben.

Logische Konsequenz bei so vielen Hiobsbotschaften scheint tatsächlich diese eine Weltwährung zu sein. Es gäbe hoffentlich geringere Schwankungen, eine einheitlichere Kaufkraft und gleichsamen Fortschritt. Doch sollten wir das beherrschende Gut bzw. das stärkste Druckmittel unserer Gesellschaft wirklich in eine Hand geben? Sollte nicht vorher ein Wandel im Gedankengut der Menschen stattfinden, bevor wir in der aktuellen, menschlichen Mentalität eine Währungsdiktatur errichten oder sich errichten lassen? Ist das Weltgeld in naher Zukunft möglich? Es scheint top-aktuell - Stichpunkt: Sonderziehungsrechte. Nicht ganz ernst zunehmende Namen, wie "Globo" oder "Globeten" werden aber schon ernsthaft diskutiert. Der IWF, der zur Weltzentralbank aufsteigen würde, ist schon heute der Lieblingsfeind der globalisierungskritischen Bewegung. Joseph Stiglitz, Wirtschaftswissenschaftler und Befürworter der Weltwährung, ist froh, dass "das wichtigste Thema überhaupt" es in die Abschlusserklärung des UN-Finanzgipfels in New York geschafft hat, denn viele Länder sind vom Weltwährungssystem betroffen. "Die globale Diskussion ist ein großer Schritt nach vorne."

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