China: Das größte experimentelle Programm der Welt

Das Interview des Spiegels, (veröffentlicht am 05.02.2010) mit dem Autorenpaar John und Doris Naisbitt, gibt eine Menge Aufschluss über die Art und Weise, wie eine sogenannte 'kommunistische Diktatur' funktioniert. Die Eheleute wohnen seit einigen Jahren in der Volksrepublik und sind überzeugt, der Westen hätte eine total verzehrte Ansicht von der "beratenden Demokratie". Es soll nach einer amerikanischen Studie 89 Prozent Zustimmung zur Regierung geben, die Journalisten sind überwiegend in den Zwanziger Jahren und seien daher noch besonders kritisch. Es gäbe auch keine Ideologie, wie den Kapitalismus oder den Kommunismus, eher ein "pragmatisches, schrittweises Vorgehen um eine neue, erfolgreiche Gesellschaft zu schaffen".

Als Vergleich zu einem klaren Unterschied - zwischen den USA und der kommunistischen Republik - wurde die Gesundheitsreform angeführt: "In China hätte man das einfach in einem kleinen Teil des Landes ausprobiert" und weiter "Die Chinesen würden nicht von Ungleichbehandlung sprechen. Sie würden sagen: "Wenn es funktioniert, bekommen wir das auch. Und wenn nicht, trifft es nur die"" und "In China reagiert man jedenfalls auf die Bedürfnisse des Volkes". Das sei doch die wahre Bedeutung von Demokratie "Herrschaft des Volkes". Die Freiheit und Offenheit seien bei Künstlern und Unternehmern sehr beliebt, auch "die Energie, die das freisetzt, ist in China mit Händen zu greifen".

In manchen Provinzen sind auch die korrumpierten Machthaber zu hause, von denen die westlichen Medien immer so gern berichten, aber die Regierung wirke dem stets entgegen. Die am meisten behandelten Themen in den chinesischen Zeitungen waren - nach einer eigenen Studie - die Korruption und die Umwelt.

Googles Vorstoß als politischer Akt

Für die Chinesen bestehen viele Verträge aus 'Vertrauen'. Es gebe auch kaum welche auf Papier, zumeist besiegelt der Handschlag den Kontrakt. Vier Jahre durfte Google, nach einem solchen Vertragsabschluss, unter Auflagen in China wirken und plötzlich kommt es zu Vertragsstreitigkeiten. Das Vertrauen bekommt einen Knacks.  Doch offenbar war das nur eine PR-Aktion, die Hillary Clinton allerdings gut zu nutzen verstand, um aus dem innenpolitischen Problem auch ein außenpolitisches Thema zu machen. Und der "Marketing-Effekt" - der angeblichen Hackeraktion - war für Google fantastisch gewesen. ""Wir machen nicht mehr mit, weil wir gehackt worden sind." In Russland sind die Hacker viel aggressiver und zahlreicher, aber da sagt Google nichts" und nun fühlen sie sich wie der kleine David gegen Goliath.

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